* A L P E N L I E B E 2 0 1 3 *
1.672 Km bis 2.770 Höhenmeter in 31 Tage Fahrt !
Datum : 19.06.2013 Aufstieg : 139 M
Ortschaft : Bonn-Mehlem Höhe Max : 111 M
Region : Nordrhein-Westfalen % Max. : 6%
Km : 61,85 Tag : 1
Wetter : Sonnig Dauer : 4:42
Temp. : + 40° C. Durchschn. : 14Km/h
Eine   neue   Reise,   ein   ganz   neues
Leben      mit      im      Voraus      viele
Abenteuer!     Das     erwartet     mich
dieses   Jahr   erneut,   ich   bin   total
aufgeregt...!    Und    wie    bei    jede
Reise,       bereitete       ich       meine
zukünftige     Expedition     vor,     auf
einer   sehr   akribischen   Art   und   das
Ganze    Monate    im    Voraus...    Ich
berechnete   auch   meine   Route   mit
einer       hohem       Präzision       und
benötigte dafür einigen Monaten.
Diese   investierte   Zeit   bedeutet   aber   keineswegs   Zeitverlust   denn   spätestens   unterwegs,   und   zwar
bei   jedem   Wetter,   weiß   ich   auf   jedem   Fall   wie   gut   ich   es   habe!   Meine   Verwaltung   enthält   die
Finanzen   die   ich   nicht   unterschätzen   darf.   Diese   schaffen   mir   einen   Überblick   z.   B.   nach   der   Reise
wieviel ich insgesamt ausgegeben habe oder wieviel Geld ich pro Tag benötigte...
Meine         exakt         berechnete
Reiseroute   bringt   mir   ebenfalls
jeden   Tag   Informationen   die   mir
Statistiken               ermöglichen.
Angaben     wie     den     täglichen
Kilometerstand,   die   Wetterlage,
wie    die    Temperatur    war    oder
wieviele        Höhenmeter        ich
aufgestiegen   bin   sind   wichtige
Anhaltspunkte        die        meine
tägliche      Fahrt      beeinflussen
können.
Als     ich     so     weit     war     an     diesem
schönen   und   eigentlich   schwülen   Tag,
half   mir   wie   vorher   vereinbart   meinen
Nachbar   mein   schweres   Fahrrad,   bzw.
mein    Anhänger    auf    die    Straße    zu
bringen.     Zur     zweit     war     es     kein
Problem,    alleine    hingegen    hätte    ich
es     möglicherweise     nicht     geschafft.
Meine   liebe   Nachbarin   kam   plötzlich
ins   Haus,   etwa   so   als   wir   uns   vorher
verabredet   hätten.   Beiden   wünschten
mir eine gute und sichere Fahrt...!
Der     Verlauf     meiner     ersten     Etappe
erwies   sich   als   sehr   ruhig,   ich   mußte
aber   mit   extrem   hohen   Temperaturen
bis   +   40°   C.   kämpfen,   was   alles   bis   auf
leicht        war...        Irgendwann,        am
allerersten   Tag   wo   alles   noch   neu   ist,
mußte   ich   zwangsweise   alle   zwei   bis
drei    Kilometer    anhalten    um    mich    zu
erholen,     die     Hitze     hatte     mich     zu
schaffen gemacht.
Nach   62   Km   erreichte   ich   Bonn-Mehlem,   total   fertig.   Diese   extrem   hohe   Müdigkeit
war   jedoch   nicht   nur   durch   die   schwer   zu   ertragenden   Temperaturen   verursacht
aber   auch   weil   ich   absichtlich   vor   meiner   Abfahrt   eine   ca.   drei   wöchige   Pause
eingelegt   hatte   um   mich   richtig   zu   erholen.   Eine   große   Rolle   spielt   ebenfalls   die
Tatsache daß ich dieses Mal mit einem voll beladenen Gefährt unterwegs war...
Ich   werde   es   Morgen
wahrscheinlich        bis
Koblenz         schaffen,
zweite    Etappe.    Aber
vorher       wird       erst
einmal   gut   gegessen
und            geschlafen.
Diese      zwei      Punkte
verkörpern   das   A   und
O   um   Morgen   wieder
kräftig dabei zu sein!
Datum : 20.06.2013 Aufstieg : 153 M
Ortschaft : Koblenz Höhe Max : 112 M
Region : Rheinland-Pfalz % Max. : 6 %
Km : 59,77 Tag : 2
Wetter : Gewitter Dauer : 4:10
Temp. : + 23° C. Durchschn. : 14 Km/h
Nachdem   ich   gestern   vor   allem
wegen   der   hohen   Hitze   so   viel
leiden   mußte,   erwarte   ich   heute
Morgen      unglaublich      erholt,
kräftig   dabei   und   fahrbereit!   Ich
räumte    al    meine    Sachen    auf,
lud   Fahrrad   und   Anhänger   und
kurz    vor    meiner    Abfahrt,    kam
ich     mit     einer     Schottin     ins
Gespräch   die   so   wie   ich   mit   dem
Rad   unterwegs   war,   allerdings
von      Düsseldorf      am      Rhein
entlang in südlicher Richtung.
Ich   ging   erst   nach   wenigen   Kilometer
einkaufen   und   fuhr   einfach   den   Rhein
weiter         herunter...         Irgendwann
unterwegs     wurde     ich     mit     einem
schweren   Gewitter   konfrontiert   und
weil     sich     die     Gelegenheit     anbot,
suchte       ich       Zuflucht       in       einer
Bahnunterführung   und   wartete   daß
die   riesen   Wassermengen   nachließen
um meine Fahrt fortzusetzen...
Das   Gewitter   war   zwar   noch   nicht   ganz   vorbei
aber     ich     konnte     auch     nicht     den     ganzen
Nachmittag      in      der      Unterführung      warten.
Nachfolgend,    wappnete    ich    mich    mit    meiner
kompletten   Regenausrüstung   und   bestieg   wieder
mein   Reitpferd .   Es   hatte   so   kräftig   geregnet   daß
meinen   Radweg   überflutet   war   und   es   lagen   auf
der Fahrbahn mehrere Zentimeter Wasser...
Ich    fuhr    sehr    langsam    durch    und    mir    war    gleichzeitig    bewußt    daß    ich    aufgrund    der
Begebenheit   kein   Fuß   auf   dem   Boden   setzen   durfte...!   An   zwei   Stellen,   darunter   in   der
Stadt   Koblenz,   überquerten   später   zwei   Kaninchen   meine   Fahrbahn,   wie   süß   irgendwie...!
Ich    bin    mittlerweile
in                    Koblenz
angekommen        und
schlafe        in        dem
selben    Camping    wie
in     2006,     ich     war
damals    in    Richtung
Großglockner           in
Ö   s   t   e   r   r   e   i   c   h  
unterwegs...        Mein
gestriges       Zeltlager
war      mir      übrigens
ebenfalls             nicht
unbekannt,   ich   hatte
schon       dort       mal
übernachtet!
Bis    auf    Koblenz    wo    die
B   e   s   c   h   i   l   d   e   r   u   n   g  
katastrophal        ist        sind
meiner      Erfahrung      nach
hier   in   Rheinland-Pfalz   die
Radwege       perfekt       und
ausgezeichnet,     auf     dem
Zentimeter                 genau
sorgfältig    beschildert,    ein
echtes Vergnügen!
Ein Radweg in Koblenz...
Datum : 21.06.2013 Aufstieg : 99 M
Ortschaft : Oberspay Höhe Max : 96 M
Region : Rheinland-Pfalz % Max. : 6 %
Km : 30,94 Tag : 3
Wetter : Sonnig Dauer : 2:42
Temp. : + 26° C. Durchschn. : 11,4 Km/h
Ein Radweg in Koblenz...
Ich   hatte   am   dritten   Tag
meiner              diesjährigen
Expedition   einen   richtigen
erbärmlichen                 und
grauenvollen      Tag.      Erst
völlig   ausgeruht   und   auch
fröhlich   dabei,   verließ   ich
wie     gewöhnlich     meinen
Campingplatz    um    meine
n   e   c   k   u   n   g   s   e   i   s   e  
fortzusetzen   und   direkt   da
zeigten          sich          ohne
Wartezeit        die        ersten
Schwierigkeiten...
Ein Radweg in Koblenz...
Da    blöderweise    mein    Navi
die     Route     genauso     wenig
kannte     wie     ich     selber     (!)
wurde   ich   gezwungen   auf   die
alte    Art    die    Einheimischen
nach       meinem       Weg       zu
fragen...   Dabei   stellte   ich   fest
daß           die           Koblenzer
Radbeschilderung             zum
größten         Teil         entweder
mangelhaft                      oder
offensichtlich                  völlig
abwesend                         war.
Infolgedessen,   durfte   ich   mir
einen             beachtenswerten
Umweg       von       ca.       neun
Kilometer     durch     die     Stadt
gönnen,   vielen   Dank   für   die
Rundfahrt...
Nach nur 110 Km, schon in der Werkstatt...
Ich     mußte     irgendwann     über     eine
gesperrte      Brücke      mein      schweres
Fahrzeug   mühevoll   bewegen,   und   da
war    ich    doch    echt    froh    kein    Auto
schieben   zu   müssen,   immerhin...!   Ich
schaffte    doch    irgendwann    den    von
mir   so   sehr   gesehnten   Radweg   nach
Boppard   zu   finden   und   dachte   dabei,
meine Problemen wären vorbei...
Meine     Durchfahrt     durch
Koblenz    war    noch    nicht
vorbei    daß    ich    plötzlich
ohne      Vorwarnung      zum
stehen     kam...     Ich     stieg
also   zwangsweise   ab   und
suchte   nach   der   Ursache...
Es    sah    auf    dem    ersten
Blick    so    aus    daß    mein
Hinterrad   aus   ihrer   Achse
gesprungen      war.      Nach
einem      unausweichlichen
Besuch    in    einer    lokalen
Werkstatt,   stellte   sich   fest
daß    meine    hintere    Achse
schon gebrochen war!
Und      ich      hatte      mein
Fahrrad    vor    der    Abfahrt
zu        einer        kompletten
Inspektion   gebracht,   mein
Gott!!!     Hier     in     Koblenz
wurde    diagnostiziert    daß
zum            einen            die
Sicherheitsachse      die      in
Köln       montiert       wurde
keine    Lastachse    ist    und
zum      zweiten      daß      die
Tatsache        daß        meine
Anhängekupplung       nicht
auf   dem   Rahmen   sondern
auf    die    Achse    montiert
worden    war    das    zweite
Problem     darstellte.     Die
Achse    wurde    gewechselt
und                                die
ä 
angepaßt...
Auf   Grund   der   Begebenheit   dauerte   die   Reparatur   mehrere   wertvolle   Stunden   an,   ich   hoffe   nur
daß    es    hält...    Natürlich    bekam    ich,    auch    wenn    ich    nicht    fuhr    irgendwann    Hunger.    Ich    lief
ausnahmsweise   zum   nächstgelegenen   Supermarkt   und   holte   mir   ein   belegtes   Brötchen   daß
schon   ihr   Zweck   erfüllen   würde!   Wenn   den   Tag   schon   mal   schief   anfängt...   Beim   beißen   in   dem
Brötchen verlor ich gleich eine Füllung, alles schön zusammen, Klasse...
An    diesem    Tag    fuhr    ich    also    nur
minimalen   31   Km   und   davon   neun   als
Umweg    in    der    Stadt    Koblenz!!!    Ich
hielt   schließlich   hier   in   Oberspay   auf
einem   sehr   schönen   Campingplatz   der
bis    vor    kurzem    komplett    überflutet
war.    Ich    sah    mir    mit    Schreck    einige
Bilder der Katastrophe an der Wand...
Mit    der    Hoffnung    daß
ich         Morgen         keine
weiteren        technischen
Problemen             haben
werde,    ich    würde    mich
ganz   einfach   unheimlich
freuen    uneingeschränkt
weiterfahren                zu
dürfen...!                Meine
heutigen              Miseren
kosteten   mir   immerhin  
80,-.    Es    ist    zwar    nicht
gerade       wenig       aber
wenn   es   hält,   habe   ich
keinerlei   Problemen   mit.
Gleich   wird   letztendlich
gemütlich   gegessen   und
nach   einer   guten   Nacht
wird   hoffentlich   Morgen
die    Welt    etwas    besser
aussehen...?
Datum : 22.06.2013 Aufstieg : 215 M Ortschaft : Heidenfahrt Höhe Max : 104 M Region : Rheinland-Pfalz % Max. : 6 % Km : 72,86 Tag : 4 Wetter : Sonnig Dauer : 4:52 Temp. : + 26° C. Durchschn. : 15 Km/h
Nach   al   meiner   gestrigen   Problemen
schlief   ich   wie   ein   Stein   und   wach
neun   Stunden   später   richtig   erholt
auf!     Ich     fuhr     erst     weiter     nach
Boppard   wo   ich   einkaufen   ging.   Ein
richtig    gutes    Gefühl    hatte    ich    an
diesem    Morgen    jedoch    nicht,    denn
ich     spürte     leichte     regelmäßigen
Kopfschmerzen   genau   an   der   Seite
wo   am   Vortag   meine   Füllung   kaputt
gegangen war...
Im   Tagesverlauf   wurde
es     Gott     Seit     Dank
besser,   ich   fühle   heute
Abend   nichts   mehr.   Ich
hoffe     natürlich     sehr
daß   es   auch   so   bleibt
denn       wenn       nicht,
müßte     ich     noch     in
Deutschland   zu   einem
Zahnarzt gehen...
Die    Fahrt    verlief    heute    sowohl
sehr   ruhig   als   auch   gleichmäßig,
ich    fahre    schließlich    am    Rhein
entlang,   noch...!   Ich   gönnte   mir
in    einer    kleinen    paradiesischen
Ecke     eine     äußerst     gemütliche
Mittagspause     als     später,     drei
ziemlich      asozialen      Menschen
(ebenfalls      mit      dem      Fahrrad
übrigens        (!)        aber        dafür
Sonntagsfahrer!)   zu   mir   kamen,
hielten    jedoch    nicht    für    nötig
wenigstens      „Guten      Tag“      zu
sagen,   nur   unter   Zwangsgefühl
ging es doch...!
Mein   Tag   war   eigentlich   zu   schön   um   auf   dieser   gleichen   Weise   ebenfalls   zu   enden...   Es   wartete
auf   mich   einen   der   schrecklichsten   Campingplätze   den   ich   bis   heute   einen   Besuch   gestatete,   und
leider genau da machte ich halt, selbstverständlich unbewußt...
Der   Zeltplatzwärter   bewies   ein   respektloses,   impertinentes   und   höchst   unverschämtes   Verhalten...
Ich   durfte   erst   mein   Zelt   nur   in   einer   winzig   kleinen   Ecke   aufschlagen,   und   das   obwohl   den   Platz
riesig   und   schwachbesetzt   war.   Dort   war   ebenfalls   ein   riesen   Feierzelt   aufgebaut.   Naja,   ich   stelle
den   Wärter   vorsichthalbe   die   Frage   ob   hier   eine   Feier   geplant   wäre,   dieser   antwortete   scheinbar
verärgert mit „Keine Ahnung“...
Als   ich   letztendlich   mein   Zelt   aufbaute   war
alles   ruhig   und   angenehm   obwohl   ich   den
Umständen   entsprechend   kein   gutes   Gefühl
hatte...    Was    ich    befürchtet    hatte    wurde
leider   wahr,   eine   reichliche   Mannschaft   mit
17   Jungs   kam   später.   Es   fängt   jetzt   schon
an   lauter   zu   werden   und   es   ist   erst   20:03   ;
warum habe ich bloß hier Halt gemacht...?
Datum : 23.06.2013 Aufstieg : 307 M
Ortschaft : Alsheim Höhe Max : 105 M
Region : Rheinland-Pfalz % Max. : 6 %
Km : 63, 13 Tag : 5
Wetter : Gegenwind Dauer : 4:48
Temp. : + 25° C. Durchschn. : 13,2 Km/h
Tja,       erst       meinen       gestrigen
Abendablauf...          Die          Jungs
machten     zu     meinem     größten
Bedauern    richtig    Ramba    Zamba
die    ganze    Nacht    lang.    Ich    ging
doch   bevor   ich   schlafen   ging   zu
dem   Verantwortlichen   und   fragte
ihn    ob    es    vielleicht    irgendwie
leiser    ginge,    ich    möchte    mich
eigentlich   wenn   es   nicht   zu   viel
verlangt          ist,          wenigstens
einigermaßen ausruhen...
Er   war   wiederrum   ganz   nett   und
gestand   mir   die   Jungs   nicht   zu
Hundertprozent      im      Griff      zu
haben,   Sache   die   ich   selber   sehr
gut    nachvollziehen    konnte.    Er
würde     sich     jedoch     in     meiner
Richtung   begeben   und   versuchen
die   Lautstärke   zumindest   etwas
einzudämmen...       Im       Verlauf
unserer   Unterhaltung   erklärte   er
mir   daß   sie   sich   seit   Tage   schon
für     diesen     Abend     an     diesem
Platz angemeldet hatten...
Gegen     22     Uhr     lief     ich     zum
Campingwärter     und     berichtete
ihn     über     die     Tatsache.     WIE
bitteschön   sollte   ich   unter   dieser
Umstände                     überhaupt
schlafen...?    Warum    wurde    mir
bei   meiner   Anmeldung   und   noch
dazu    als    ich    selber    nachfragte
nichts       gesagt,       bzw.       alles
pfleglich     verschwiegen...?     Die
Antwort   war   Klar   und   deutlich   :
„Das    müssen    wir    Ihnen    nicht
sagen“.
So   eine   bodenlose   Dreistigkeit!
Mir    reichte    es    auch    langsam
und    ich    drohte    ihn    letzten
Endes    die    Polizei    anzurufen
um    für    Ordnung    zu    sorgen
falls    er    selber    nicht    in    der
Lage      war      seinen      eigenen
Campingplatz   zu   verwalten.   In
al    den    Jahren    besuchte    ich
seit   ich   ganz   jung   bin   so   viele
Zeltplätze     Europaweit     aber
nie   sah   ich   mich   derartig   dazu
gezwungen        eine        solche
Maßnahme zu ergreifen...
Sein   Motto   war   eindeutig   zu   verstehen   :
„Hauptsache      kassieren,      der      Mensch
selber         ist         mir         uneingeschränkt
gleichgültig“.        Der        Wärter        dieses
Campingplatzes   mißachtete   Camper   auf
höchstem    Niveau.    Die    Ergebnisse    :    Ich
entschied    mich    dafür    mein    Unglück    in
Geduld   zu   ertragen   und   die   Polizei   nicht
anzurufen.   Schließlich   konnten   die   Jungs
nichts     dafür     daß     uns     Camper     die
Verwaltung    für    scheinbar    erbärmlichen
und zweitklassigen Menschen hält...
Ich   ging   also   ins   Bett   und   benutzte   meine   Ohrstöpsel   die   ich   mehr   als   je   zuvor   zu   schätzen
wußte...   Der   Höllenlärm   war   allerdings   so   intensiv   daß   sie   bedauerlicherweise   kaum   wirkten...
Am   nächsten   Tag,   als   ich   endlich   aufstand   uns   losfuhr,   war   ich   dieses   Mal   richtig   abgekämpft
und äußerst ausgeschöpft...
Ich    war    jedoch    wie    selten    vom
Glück           begünstigt           diesen
unheimlichen          Ort          endlich
verlassen   zu   dürfen...!   Als   ich   mich
in   Richtung   Ausfahrt   bewegte,   traf
ich   noch   eine   nette   Dame   die   sich
am    Vortag    zur    gleichen    Zeit    wie
ich   angemeldet   hatte.   -   Zwei   Zelte
und    drei    kleinen    Mädchen    -    Aus
Angst   um   ihrer   Töchter   (wegen   den
mittlerweile        betrunkenen        17
Jungs)   mußte   die   arme   Frau   Mitte
in   der   Nacht   alles   umbauen   und
irgendwo   umziehen.   Plötzlich   ging
es     bei     ihr     nachdem     sie     sich
ebenfalls beschwert hatte...
Als     ich     morgens     zur     sowohl
bedürftigen            als            auch
mangelhaften        Sanitäranlage
ging,   hörte   ich   auf   ein   Mal   einen
anderen            Campingbesucher
schimpfen...     Ich     konnte     sein
Ärger     nur     zu     gut     verstehen,
einen    kleinen    Spüllbecken    für
Frauen,   das   gleiche   für   Männer
und    zwar    für    den    gesamten
Zeltplatz, nichts wie weg hier...!
Für   stolze   €   11,50   für   eine   Nacht,   eine
Person   und   ein   Fahrrad   gab   es   nicht
einmal     eine     Spüllmöglichkeit     fürs
Geschirr!!!    Mit    al    was    ich    in    diesem
Camping   erleiden   und   ertragen   mußte,
hätte     ich     es     für     angebracht     und
gerecht      empfunden      €      100,-      als
Entschuldigung                                 und
Wiedergutmachung      zu      bekommen.
Auch dazu kam es leider nicht...
Unter     Camping     verstehe     ich
etwas    ganz    anders    als    dieser
Anlage          die          um          die
Allgemeinheit       zu       schützen
eindeutig    geschlossen    gehört.
Die    sogenannte    Sanitäranlage
bestand    aus    einem    Container
und     um     ihn     überhaupt     zu
erreichen,     mußten     ca.     500
Meter       zu       Fuß       bewältigt
werden...!
Aufgrund           meiner           heutigen
maximalen     Müdigkeit,     setzte     ich
meine    weitere    Fahrt    nur    langsam
fort...   Also   Achtung   lieber   Camper,
Radfahrer,          Abenteurer          und
sonstigen      Menschen      aus      dieser
Umgebung.    Ihr    sollt    gewarnt    sein
wenn    ihr    euch    in    diesem    Gebiet
befindet,   aus   eigenen   Interesse,   rate
ich   den   selben   Fehler   wie   ich   nicht
zu     machen,     einfach     großräumig
umfahren und sein Glück suchen!
Ich     fuhr     nach     diesem     seltsamen
Erlebnis   sehr   gemütlich   weiter,   gönnte
mir    eine    nette    RUHIGE    Mittagspause
Mitte    in    einer    idyllischen    Landschaft,
unterhielt      mich      öfters      mit      den
Einheimischen...   Ich   fand   wo   ich   mich
aufhielt     keinen     Campingplatz     und
erfuhr   doch   von   Autochthonen   von   der
Möglichkeit     bei     einem     Winzer     zu
übernachten...
Dort     wurde     ich     herzlichst
empfangen,       genau       das
Gegenteil       von       Gestern...
Nette        Menschen,        einen
traumhaften       Platz,       sehr
RUHIG                                und
selbstverständlich   billig   weil
kostenlos...!        Nach        dem
gestrigen   Sturm,   genieße   ich
den    heutigen    Abend    ganz
besonders,    meine    Ruhe    ist
wieder eingekehrt!
Ich    werde    mir    gleich    ein    leckeres    Abendessen
vorbereiten    und    kurz    danach,    ab    ins    Bettchen ,
dieses   Mal   Gott   Sei   Dank   OHNE   Ohrstöpseln...!   Ich
befinde   mich   heute   Abend   in   einer   Weingegend,   in
einem   idyllischen   Dorf,   eine   gute   erholsame   Nacht
die ich wirklich brauche wartet auf mich...!
Datum : 24.06.2013 Aufstieg : 203 M Ortschaft : Speyer Höhe Max : 114 M Region : Rheinland-Pfalz % Max : 4 % Km : 89,66 Tag : 6 Wetter : Unbeständig Dauer : 6:04 Temp. : + 20° C. Durchschn. : 14,8 Km/h
Ich kann mich noch an gestern erinnern, als ich unterwegs nach meinem Weg fragte, kam ich mit einem Herrn ins Gespräch... Er hörte meinen Dialekt und fragte mich plötzlich ob ich Franzose sei...? Ich bejahte die Frage und, wie aus dem nichts und schlagartig aufgetaucht, schaute mir ein kleines Mädchen mit voller Ernsthaftigkeit zu und rief in meiner Richtung aus : „Kommen Sie aus Paris...?“
Die     ganze     Zeit     schon     stand     das     winzige
Mädche    da    und    hörte    uns    schweigend    und
aufmerksam   zu...!   Paris,   Paris,   Paris...   Schon   in
den     kleinsten     Köpfen     ist     der     Name     der
französischen   Hauptstadt   eingepflanzt   als   ob
es    sich    um    ein    Paradies    auf    Erde    handeln
würde...   Diese   Stadt   wo   Chaos,   Dreck,   Gewalt,
Respektlosigkeit und Unordnung herrschen...
Ein   Junger   später   in   dem   Dorf   wo
ich     beim     Winzer     übernachtete
fischte   in   einem   Bach   und   als   ich
ihn   die   Frage   stellte   wie   es   läuft,
erklärte   er   mir   wie   man   Weibchen
von        Männlein        unterscheiden
kann...    Man    lernt    nie    aus,    ein
kurzes          und          interessantes
Gespräch!
Nach   einer   unglaublich   erholsamen   Nacht   beim   Winzer,   fuhr   ich   wie   üblich   weiter   und   zählte   am
Ende   des   Tages   stolzen   90   Km   auf   dem   Tacho!   Die   Tagesroute   war   zwar   flach   aber   trotzdem   alles
andere   als   einfach.   In   Höhe   von   Ludwigshafen   angekommen,   fuhr   ich   um   die   Stadt   herum,   diese
Entscheidung sollte mir das Leben einfacher gestalten...
Im   Prinzip   war   es   schon   ein   Kinderspiel   die
Stadt   umzufahren,   das   größte   Problem   lag
daran,    und    das    konnte    ich    gewiß    nicht
wissen   daß   die   Straßenbeschilderung,   und
zwar    sowohl    für    Radfahrer    als    auch    für
den Kraftverkehr sehr mangelhaft war...
Als   ich   in   Schifferstadt   eintraf,   hätte   ich
eigentlich    nach    Waldsee    links    abbiegen
wollen    um    zum    nächsten    Zeltplatz    zu
fahren   und   stellte   bedauerlicherweise   fest
daß   dies   unmöglich   war...   Die   Straße   in
sich   existierte   wohl,   diese   war   allerdings
verboten, was für eine Enttäuschung...
Ich      kehrte      also      zwangsweise
zurück    bis    zur    Hauptstraße    und
setzte   meine   Fahrt   bis   Speyer   fort,
wo   ich   heute   Abend   angekommen
bin.   Ich   fand   nach   erhöhter   Suche
einen          fabelhaften          ruhigen
Campingplatz   wie   ich   sie   so   gerne
habe!     Bis     auf     einem     kleinen
Transporter,    bin    ich    den    einzigen
Camper , sonst niemand...
Morgen    geht    es    weiter    in
südlicher    Richtung    und    ich
werde      voraussichtlich      die
Grenze            zu            Baden-
Württemberg     überschreiten.
Nach    al    den    Kilometer    bei
allem     Wetter     sieht     mein
Fahrrad      mittlerweile      sehr
dreckig    aus    und    für    heute
keine   Putzstunde   in   Sicht.   Da
ich   ca.   zwei   Stunden   später
in   dem   Camping   eingetroffen
bin    wie    sonst,    hätte    diese
zusätzliche       Aufgabe       auf
meinem                          Schlaf
eingedrungen...
Ich   werde   Morgen   je   nach   Möglichkeit   versuchen   meine   Putzstunde   vorzunehmen...   Nach   dem
Achsenbruch    in    Koblenz    läßt    sich    mein    Fahrrad    bis    heute    hervorragend    fahren,    keinerlei
Problemen mehr, ein richtiges Vergnügen! Gute Nacht aus Speyer, Rheinland-Pfalz!